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Nr.282
Restaurant
zur guten Aussicht, Haltepunkt
Jan-Reiners-Kleinbahn.
Gelaufen
am 10.2.1905 mit Zug 7.
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Haltepunkt
"Horn" der Kleinbahn "Jan-Reiners" von Bremen
nach Tarmstedt, zugleich das Restaurant "Zur
guten Aussicht", Inh. Fritz
Oldekopp.
Bahnpoststempel "Bremen - Tarmstedt". Ein
Louis-Koch-Bild von 1904.
An Herrn P. Ike, Bremen, Deich 10.
Abs.: G Brose, Bremen, Werrastr. 19. Sende Ihnen von der
"guten Aussicht" die herzlichsten Grüße.
Gustave Brose.
Vom Textinhalt her, so scheint es, wurde die AK
hier mal wieder zu reinen Sammelzwecken
versendet. Allenfalls noch als Hinweis "bin hier
anwesend", aber mehr Sinn ergibt das nicht.
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Wenn man sich den Blick vom
heutigen Standpunkt anschaut (Streetview Nov.2022), dann
steht das Haus nun quasi mitten in der
Innenstadt!
Es ist fast ganz von hohen Bäumen eingewachsen
und im Umfeld liegt heute dichte
Reihenhausbebauung, Universitätsbauten und
Gewerbegebiet samt Autobahn.
Wo hier Gleis und Fleet gen Horizont verläuft,
liegt heute die Straße Helmer. Die gute Aussicht
im Sinne einer weiten Fernsicht gibt's also
längst nicht mehr. Damals weites Agrarland
bis hinter die Erdkrümmung, heute alles
zugebaut. "Flächenversiegelung" nennt man das in
der Fachsprache. Hier war im Jahre 1905
definitiv die Stadtrand-Grenze!
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Nr.856
Restaurant zur guten Aussicht,
Zweibildkarte. Obers Bild auch Visuals/Modelle.
KI-col
+ Handarbeit.
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856-A
- Straßenseite: |
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856-B
- Gleisseite: |
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Eine
Doppelkarte mit zwei weiteren Ansichten der
Guten Aussicht. Straßenseite und Bahnsteig. Hier
von mir mit viel Liebe und größtenteils per Hand
farbig gestaltet.
Der große Witz dabei ist, dass diese Karte
wieder den Absender Brose hat! Am
21.4.1908, diesmal an ein Frl. D.Schmidt,
Bremen, Osterstr. 31 (dort keine hist.
Bausubstanz mehr).
Text auf der Vorderseite, unter den beiden
Bildern: Etwas
verspätete Ostergrüße sendet Dir Dein Gustave.
Und auf der
Rückseite hat sich auch Frau Brose
verewigt sowie weitere Leute:
Herzliche Grüße auch an deine lieben Eltern.
Frau Brose, Frau Rein..(??), P. Ulbinger (?)
u. Frau, Frau Meyer.
Diese Karte Nr.856 bekam ich im Sommer 2025 und
die obere Nr.282 ging hier bereits im Jahr 2014
online! Es liegen also 11 meiner Sammlerjahre
zwischen den Nummern 282
und 856, was allein etwa 10% des Zeitraumes von
der heutigen Zeit bis zum Datum der Entstehung
der Grüße entspricht! Möglicherweise haben alle
heute noch erhaltenen
Gute-Aussicht-Karten etwas mit den Broses zu
tun, da Broses vielleicht in jenem Hause
werkelten und entsprechend oft und viele Karten
versendet haben. Andererseits kann man
auch gut davon ausgehen, dass diese
Sammlerstücke heutzutage quasi "zirkulieren" und
alle paar Jahre hunderte bis tausende Karten,
also ganze Archive, wieder in neue Hände
gelangen, und gerade bei örtlich begrenztem
Interesse an den Motiven zirkuliert das Zeug
dann umso mehr. Und in derselben Weise wie dann
thematisch zusammenhängende
Einzelstücke nicht mehr zusammenbleiben, sondern
auseinandergerissen werden, weil die Verticker
den kulturellen Wert des Zusammenhanges nicht
erkennen bzw. bewusst nicht
bewahren wollen, so finden sich - andersherum -
auch mal wieder die ein und anderen Stücke
passend zusammen. Gerade, wenn das Sammelgebiet
eben nur von relativ lokalem
Interesse ist.
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Auf dem oberen Bild könnte das
wie folgt abgelaufen sein (nennen wir mal die
zwei Kinder auf der Treppe Martha und Theo):
Die Dame des
Hauses ruft: "Martha...
Theo...!!....wir gehen jetzt alle nach hinten,
hier vorne ist fertig... Theo hilf doch dem
Photographen-Onkel mit den Sachen über den
Zaun rüber!"
Theo: "Ja,
ich komme... ich such' nur grad' die
Minka, die soll doch auch mit aufs Bild,
wo ist die denn?"
Martha:
"Ach
die Minka, die ist doch wieder in den
Wiesen... fängt Mäuse... die kommt doch
erst morgen früh wieder rein, wenn sie
aufs Klo muss."
Dame des
Hauses nimmt am Gartentisch platz, zupft
ihr Kleid und ruft: "Sooo, nun
setzen wir uns alle mal nett und
adrett an die Gartentische und machen
einen guten Eindruck!"
Theo (denkt sich und
lacht sich eins):
"Ich
stelle mich lieber aufrecht hinter den
Tisch, dann überrage ich alle anderen,
dann erkennt man auf Anhieb, dass ich
hier der Größte bin!"
Der
Herr des Hauses (mit Hut) schaut auf seine
Taschenuhr und ruft: "Gleich dampft
der Zwölfuhr-Zug rein, dann kann der ja
gut auch mit aufs Bild!"
Oma
schaut auch auf ihre Uhr und ruft:
"Wieso...? Der Zwölfuhr-Zug ist lange
durch, ich hab den vorhin mit
abgefertigt, deine Uhr ist
stehengeblieben, Willi!"
Willi
(der Herr der Hauses) errötet leicht, schaut
verlegen auf den Boden, nestelt an seiner
Uhr und sagt:
"Ich sag' nix mehr!"
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Bemerkenswert ist auf dem
Straßenseite-Bild, dass der eine Baum vor dem
Hauswand-Schriftzug "Zur guten Aussicht"
entlaubt ist! Da gibt es nur drei Möglichkeiten:
1. Der Baum ist bereits abgestorben.
2. Der Fotograf hat ein paar Tage vorher
empfohlen, aufgrund einer dann besseren und
werbewirksameren Lesbarkeit des Schriftzuges,
den Baum per Schnitt zu entlauben.
3. Das sw-Bild wurde nachträglich retuschiert
und übermalt.
Alle drei Möglichkeiten scheinen mir gleich
wahrscheinlich, denn wenn man sich den belaubten
Baum auf der anderen Seite des Eingangsweges
ansieht, dann wäre dieselbe
Laubesfülle direkt vor Fenster, Schrift und
Fachwerk schon ein gehöriges Stück
Retusche-Rekonstruktion des Bereiches (damals
hatten die Leute ja noch keinen PC mit KI).
Andererseits sind zumindest die Linien im
Gleisseite-Bild nachgezeichnet, also retuschiert
bzw. korrigiert wurde da auf alle Fälle.
Im Vergleich zum Bild Nr.282 haben wir es hier,
passend zu den Stempeldaten, mit 2-4 Jahren
Aufnahme-Zeitversatz zu tun, wie man an der
Vegetation gut erkennt, und auch
Martha ist hier schon etwas edler und leicht
reifer wirkend gekleidet (Hut-Mann nebst Frau
und Mädchen werden wohl auf beiden Aufnahmen
dieselbe Familie sein).
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| Nr.346 Titel: "Gruss aus
Horn. Rhiensbergerstrasse."
KI-col +
Handarbeit.
Aufdruck hinten: Verlag H.
Ilsemann, Horn. 2009 - 1911.
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Am
12.4.1916 an Frau Wilhelmine Schütte, Kiel,
Lemberg 20a III (das ist heute hier, teils mit
Neubauten).
Liebe Tante Mine. Danke Dir
herzlich für den schönen Ostersachen den Du in
Mitze ihr Geburtstagpaket geschickt hast.
Donnerstag noch vierzehn Tage dan kriegen wir
4 Tage Ferien. Herzliche Grüßen von Dein
Neffe Georg.
Die Rhiensbergerstrasse, auf dem unteren
Bildrand von Riensberg kommend, hier im weiteren
Verlauf auf Horner Gebiet und mündet rechts dann
in die Leher Chaussee,
an deren Ecke sich das Anwesen Klattes (siehe
nächste Motive) befindet. Heutiges Streetview (2022) des
Aufnahmeortes. Die Wiese ist auch heute noch
unbebaut.
Rechte Kante dann schon das Grundstück der
Horner Kirche.
Mal wieder eine Version, bei der im Original
lediglich der Himmel blau und schlicht
eingefärbt ist, alles Andere schwarzweiss, nun
ganz neu mittels KI durchcoloriert + Handarbeit.
Bildmittig will wohl ein Knab' zu seiner
Geliebten über die Leiter durchs Fenster
einsteigen, oder es will - umgekehrt - eine
holde Maid zu ihm. Das lässt sich nicht so genau
erkennen, aber in der Liebe verschmelzen ja eh
die Seelen... ♥
Vielleicht ist's auch nur ein Fensterputzer,
aber das ist nicht so romantisch.^^
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| Nr.526
Villa Klatte, Leher Chaussee Nr.2.
Am 10.9.1908 an Hermann Klatte + Frau in Syke,
Preu. Hannover
KI-col
+ Handarbeit.
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Liebe Kinder, wenn ihr Sonnabend
das Geburtstagsfest mit feiert, so könnt ihr
Lieben bei uns schlafen,
auch Sonntag den Tag bei
uns verleben. Gebt uns bitte noch vorher
Nachricht.
Vielmals grüssen Opa +
Oma.
Eine Karte von
der Klatte-Villa in Syke (wohin ja diese Karte
ging) habe ich auch noch, muss ich beizeiten
mal unter "Bremer-Umland" reinsetzen.
Tja, wer damals etwas auf sich hielt, der
stellte sich an jedem Ort, den er mal so
beiläufig besuchte, dort erstmal gleich eine
komplette Jugendstil-Villa hin!
Solch ein "Bauturbo" wird heutzutage in
hiesigen Familienkreisen gar nicht mehr
praktiziert!
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| Nr.527
Villa Klatte, Leher Chaussee Nr.4
Am 5.1.1911 an Fräulein
Anna Jakobs, Blumenthal / i.Han., Langestr.
95.
KI-col + Handarbeit.
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Meine liebe Anna, wünsche Dir und
Deinen l. Eltern ein recht glückliches
Neues-Jahr.
Für Deine l. Karte, welche
ich in Hoya erhielt, danke Dir vielmals.
Wollte Dir gleich von
dort schreiben, aber das ist verblieben. Wie
geht es Dir denn sonst noch?
Hast du schon mal
wieder ein kleines Abenteuer erlebt oder gehts
immer in der alten Gleiche.
Deine Briefe hast du doch
jedenfalls beantwortet. Schreibe bitte doch
mal.
Meine Schwester und ich
sind am Montag Abend zurück gekommen,und habe
ich noch so
recht nicht wieder
ausgeschlafen.
Morgen kommt Frau
Klatte wieder aus dem Krankenhause zurück.
Jetzt zum Schluss
noch herzl. Gruß Dein Hannchen.
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Dieses
Haus als "Leher Chaussee Nr.4" (oben auf der
426 noch hinter dem Baum zu erkennen) war wohl
der "Neubau" der Klattes. Denn die Nr.2 oben
wird mit ihrem
klassizistisch-italienischen Baustil älter
sein als diese Nr.4 mit leicht gotischem
Anklang. Vielleicht hat man damals schon einen
Teil des urspünglichen Grundstückes mit
üppiger Parkanlage verkauft, um wenigstes das
alte Haus auf kleinerem Grundstück finanziell
noch halten zu können. Oder man hat eben für
die Kinder angebaut,
auf dem Land wird das ja heute noch oft so
praktiziert, dass im einst großen Garten dann
ein zweites Haus steht, dann natürlich
mit/unter eigenem Grundbuchblatt.
Wie dem auch sei, heute ist hier in der Leher Chaussee
alles weg, von der alten Zeit nix mehr zu
sehen, dafür Nachkriegsneubauten mit
Geschäftszeile.
Denn es kann sich bei der Hausnummer 2 der
Leher Chaussee (heute Leher Heerstraße) ja
eigentlich nur um die Ecke Riensberger Strasse
handeln, die dann hier links
vor der Hausnummer 2 abzweigt. |
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